Digitalisierung wirkt schnell wie ein Mammutprojekt.
ERP, Dokumente, HR, CRM, Cloud, Security und KI scheinen gleichzeitig wichtig zu sein. Der richtige Einstieg besteht deshalb nicht darin, einen vollständigen Technologieplan zu erstellen.
Er besteht darin, den ersten relevanten Engpass zu finden.
Schritt 1: Geschäftsproblem formulieren
Nicht:
„Wir brauchen ein neues ERP.“
Sondern:
„Unsere Auftragsabwicklung dauert zu lange, weil Informationen aus vier Systemen zusammengesucht werden.“
Nicht:
„Wir wollen KI.“
Sondern:
„Unsere Mitarbeiter verbringen täglich viel Zeit mit der Suche nach Informationen.“
Das Problem entscheidet über die Technologie – nicht umgekehrt.
Schritt 2: Ist-Landschaft aufnehmen
Erstellen Sie eine einfache Übersicht:
- Welche Systeme sind vorhanden?
- Welche Daten liegen wo?
- Welche Schnittstellen gibt es?
- Wo wird Excel als Zwischenlösung verwendet?
- Welche Prozesse funktionieren nur durch Wissen einzelner Mitarbeiter?
Schritt 3: Risiken markieren
Besonders kritisch sind:
- Systeme ohne aktuelle Betreuung,
- unbekannte Datenstandorte,
- fehlende Backups oder Restore-Tests,
- nicht dokumentierte Schnittstellen,
- personenbezogene Daten ohne klares Rechtekonzept,
- Herstellerabhängigkeiten ohne Exit-Szenario.
Schritt 4: einen Pilot auswählen
Ein guter erster Anwendungsfall:
- hat messbaren Nutzen,
- betrifft einen klaren Prozess,
- benötigt nicht sofort das ganze Unternehmen,
- lässt sich später skalieren.
Schritt 5: Zielarchitektur mitdenken
Der Pilot darf nicht zum nächsten Silo werden.
Deshalb sollte bereits beim ersten Projekt geklärt sein, wie die Lösung später mit ERP, DMS, HR, CRM, Infrastruktur und KI zusammenspielen kann.